DED Annual Meeting 2010

Unsere Reise nach Dar es Salaam begann am Sonntag, den 06.06.2010, um 8:00 Uhr in der Früh. Diesmal gemeinsam, wollten wir uns erstmalig mit unserem eigenen Auto auf die 600km lange Fahrt begeben. Nach dem pünktlichen Start waren wir alsbald auf der Straße in Richtung Same, als unsere Klimaanlage im Auto ausfiel. Von so einer Kleinigkeit ließen wir uns aber nicht abschrecken. Es wurde also “muckelig” warm mit dem laufenden Gebläse, bis wir auf die Idee verfielen das Gebläse ganz abzuschalten und dafür ein Fenster leicht zu öffnen. Tatsächlich sorgte der Fahrtwind dann für etwas mehr “Erfrischung”. Das Gebläse hatte ja nur noch heiße Luft über den Motor in’s Wageninnere transportiert…

Nachdem wir eine erste Polizeikontrolle mit der Befragung nach unserem Befinden gemeistert hatten, stoppte uns alsbald eine zweite mit einer Geschwindigkeitsmessung. Angeblich war ich zu schnell gefahren. Man gab sich mit 20.000 Tsh (ca. 13,- €) zufrieden. Im festen Vertrauen darauf, dass das Tankstellennetz auf der weiteren Strecke genau so dicht ist wie auf den bisherigen Abschnitten, fuhren wir mit nur noch 1/4 vollem Tank vom Abzweig bei Segera aus in Richtung Süden. Natürlich war jetzt weit und breit keine Tankstelle mehr in Sicht. Mit dem buchstäblich letzten Tropfen Benzin im Tank fanden wir ca. 20km vor Chalinze dann doch endlich eine Tankstelle, bei der wir 80l Diesel in unseren 80l-Tank füllten. Mir fiel ein dicker Gesteinsbrocken vom Herzen…

Nur hörte sich unser Auto mittlerweile etwas seltsam an. Jaulende Geräusche aus dem Motorraum ließen nichts Gutes erahnen. Mutig fuhren wir weiter und erreichten um 16:00 Uhr – nach längerer Staufahrt an der Stadtgrenze von Dar es Salaam – glücklich und unversehrt unser Ziel, das White Sands Hotel an der Kunduchi Beach im Norden der Stadt.

Ein Keilriehmen war zerfetzt, zwei weitere ziemlich ramponiert und einige Schrauben und Befestigungen gelöst. Zum Glück waren keine Teile verloren gegangen und der Toyota-Mechaniker konnte am Montag alles wieder in Ordnung bringen. Wie das genau vor sich ging, ist schon wieder eine eigene Geschichte:

Wie man in Tansania einen guten Automechaniker findet

Zunächst einmal muss man wissen, dass es in Tansania keine “Vertragswerkstätten” oder ähnlich qualifizierte Reparaturwerkstätten gibt. Wie bei anderen “Zünften” auch, gibt es viele kleine Betriebe, die sich oft zu mehreren gleichzeitig in einer Straße befinden und ihrem Handwerk mehr oder weniger gut nachgehen. Sehr oft wird aber gar nicht erst in der “Werkstatt” repariert, sondern mitten auf der Straße, einfach da wo das Auto gerade steht.

Man braucht also als erstes eine Person seines Vertrauens, wie z.B. in meinem Fall einen Taxifahrer, dessen Fahrzeug gepflegt und sauber ausschaut, der einen sicher und zu einem fairen Preis von A nach B transportiert hat und wenn möglich noch gutes Englisch spricht. Taxifahrer sind häufig recht gut “qualifizierte” Leute, denn einen Führer- und Taxischein zu haben und dazu noch ein gutes Taxi und die Zusammenarbeit mit einem Hotel in dem “Wazungus” (Weiße) verkehren erfordert schon eine gewisse Anerkennung.

Diesen Taxifahrer fragt man also ob er jemanden kennt der einem helfen kann. In 95% aller Fälle ist diese Frage erfolgreich. Dann hat man gleich zwei Helfer: den Empfohlenen und den Empfehlenden. Denn der Empfehlende (der Taxifahrer) fühlt sich fortan für seine Empfehlung verantwortlich und weicht dann auch nicht mehr von der Seite, bis es zu einer ordentlichen Lösung gekommen ist.

So bin ich mit beiden lange durch die Stadt gefahren – im Taxi des Taxifahrers, was sich in diesem speziellen Fall als doppelt gut erweisen hat. Zuerst haben wir den Mechaniker von der Werkstatt abgeholt. Dieser hat sein Werkzeug eingepackt, nachdem geklärt war um was für ein Fahrzeug es sich genau handelt, und gemeinsam sind wir zum Hotel zu meinem Auto gefahren. Nachdem der Schaden begutachtet und geklärt war ging die Suche nach den notwendigen Ersatzteilen (Keilriehmen) los. Zusammen haben wir 3 oder 4 kleine Ersatzteilläden abgefahren bis wir die Keilriehmen in der richtigen Qualität gefunden hatten.

Dann habe ich beide erst einmal zum Mittagessen eingeladen. Auf die Art und Weise lernte ich sogar ein Freilichtmuseum in Dar es Salaam kennen, in dem typische Hütten und Dörfer der verschiedenen Ethnien Tansanias vorgestellt werden.

Zurück beim Auto ging die eigentliche Reparatur dann relativ schnell von statten. Nach abschließender Probefahrt und nochmaliger Nachjustierung der Keilriehmen-Spannung hat man mich mit der Überzeugung verlassen, dass diese Reparatur fachgerecht und vertrauenswürdig erledigt wurde.

Jedenfalls trafen wir gestern am späten Nachmittag gesund und wohlbehalten mit unserem Auto wieder in Moshi ein. Mit funktionierender Klimaanlage und ohne weitere Panne oder erneutes Bußgeld!

Rosi hat entspannende Tage mit Baden im Pool und im Meer verbracht und sogar eine große Kiste mit deutschen Büchern von einer MAP-Kollegin geerbt. Ich habe die Vorstellung bei der Deutschen Botschaft hinter mich gebracht und anschließend 3 Tage Konferenz erlebt. Für uns beide waren es abwechslungsreiche Tage, an denen wir uns intensiv mit allen Kolleginnen und Kollegen und MAPs austauschen konnten – und das in der komfortablen Atmosphäre eines 4-Sterne Strandhotels…

(MAP –> “mitausreisender Partner”)

Sonnenaufgang am indischen Ozean
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Auf dem Balkon unseres Hotelzimmers
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Im Office in Moshi – wir beobachten uns gegenseitig
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Über Klaus

EH Tanzania
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