Land und Leute

Langsam kommt so etwas wie der “normale Alltag” für uns. Was nicht heißt, dass wir nicht immer wieder neue Eindrücke und kleine Erlebnisse haben. Auch unsere sozialen Kontakte gilt es auszubauen und zu festigen. So hat Rosi mittlerweile recht engen Kontakt zu Susanne. Sie und ihr Mann leben schon seit vielen Jahren in Tansania und beide sind jetzt eigentlich in Rente, betreuen aber immer noch auf freiwilliger Basis verschiedene Schulen in der Region. Natürlich sprechen beide – im Gegensatz zu uns – sehr gut Kiswahili. Susanne nimmt Rosi öfter mit zum Einkaufen auf verschiedene Märkte und in die “City” von Moshi. Vorletzten Samstag haben wir sie mitgenommen nach Arusha. Wir waren hauptsächlich zum Einkaufen dort, denn in Arusha gibt es “richtige” Supermärkte und dadurch natürlich auch viel mehr Auswahl als bei uns in Moshi. Arusha liegt knapp 100km von Moshi entfernt, ist aber über die Asphaltstraße gut zu erreichen. Trotzdem ist die Fahrt dahin immer ein Tagesausflug, aber ein lohnender. So haben wir auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen lassen und den Nachmittag im “Cultural Heritage Center” verbracht.

cultural_heritage_center_arusha
Das Cultural Heritage Center, Arusha
(Bild entnommen aus : http://nilikutashani.wordpress.com/2010/02/08/arusha-rwandan-genocide-trial/)

Das auf Privatinitative gegründete Center ist einerseits ein riesiger “Souveniershop” (Achtung: hier nichts kaufen, alles viel zu teuer!), andererseits aber auch ein architektonisch hochinteressantes Museum über afrikanische Kunst, welches in 2007 neu errichtet wurde. Alle Ausstellungsstücke können käuflich erworben werden! Dazu ist das ganze eingebettet in schöne Außenanlagen mit lebensgroßen Tier- und Menschenfiguren, Restaurants und Cafés.

In der vergangenen Woche habe ich mehrere Arbeitstage in Same und Mwanga verbracht und erste grobe Arbeitspläne mit den Projektpartnern definiert. Erst einmal für den städtischen Bereich, für den ländlichen Bereich sind andere Verantwortliche zuständig. Der Kontakt zu diesen muss von mir noch “gefestigt” werden. Die Situation der Wasserversorgung in den beiden Kleinstädten (wir würden sie eher als Dörfer bezeichnen, aber Dörfer (“villages”) sind in Tanzania noch viel kleiner) ist recht unterschiedlich. Während es in Mwanga noch relativ gut ausschaut und hauptsächlich das Alter der Leitungssysteme und die unzureichende Erfassung der Wassernutzer ein Problem darstellt, ist die Situation in Same durch extreme Wasserknappheit – selbst jetzt in der Regenzeit – geprägt. Dazu kam in der letzten Woche der Ausfall mehrerer Wasserpumpen und damit eine Versorgungsquote von nur noch rund 8%! Einige Schäden konnten zum Glück bis Freitag behoben werden, aber insgesamt leidet der Ort durch diese Situation besonders, zumal finanzielle Mittel praktisch nicht vorhanden sind.

Meine Aufgabe in beiden Orten wird beginnen mit der Unterstützung bei der Kartierung der bestehenden Leitungs- und Abgabestellen mit Hilfe von GPS und der Übertragung und Kartierung in einem GIS (Geografisches Informationssystem). Außerdem unterstütze ich bei der Einführung eines EDV-Abrechnungssystems und last but not least habe ich versprochen bei der Suche nach Geldquellen für Investitionen mitzuhelfen…

Wasserzapfstelle in Same
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Ein zum Glück wieder funktionierender Bohrbrunnen in SameP1000610

Motor defekt: 120m Bohrgestänge müssen mühsam von Hand mit Hilfe eines Flaschenzuges ausgebaut werden
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Auf den Fahrten nach Mwanga und Same habe ich die Gelegenheit die wunderschöne afrikanische Landschaft genießen zu können:

Kaktusbaum zwischen Same und Mwanga, im Hintergrund die Pare-Mountains
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Äffchen beim “Elephant-Motel” in Same, wo wir meistens zum Mittag essenP1000625

Gestern waren Rosi und ich in Moshi auf dem “Künstlermarkt” und haben mehrere schöne Gemälde und kleine Figuren zur Verschönerung unseres Heimes gekauft. Auch fehlen uns noch immer ein paar Kleinmöbel, aber nach und nach wird das schon werden. Heute Nachmittag/Abend sind wir zum “public viewing” bei Freunden eingeladen. Das Match Deutschland – England bzw. die ganze Fußballweltmeisterschaft lässt man sich hier in Tansania natürlich nicht entgehen, ganz im Gegenteil!

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Über Klaus

...fast Rentner :)
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Eine Antwort zu Land und Leute

  1. Anna schreibt:

    Thank you for the credit for the photo.

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