Wasser für die Maasai

Trockene, rotbraune Erde, manchmal auch grau wie Vulkanasche, Dornbusch bewachsen. Auch die Bäume schützen sich mit Stacheln und harten, stechenden Zweigen. Ein Tiefbrunnen, ein Wasserbehälter – Zuleitungen zu einer Wasserstelle für die Menschen und eine Tränke für das Vieh. Hier leben die Maasai – trotz der Dürre und Kargheit des Landes halten sie große Rinder- und Ziegenherden. Das ist ein wichtiger Teil ihrer Tradition. So wichtig, dass Wasser eher für die Tiere gebraucht wird denn für die Menschen.

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So ist ein Konflikt entstanden – zwischen den herdenhütenden Maasai hier draußen in der Steppe und ihren Schwestern und Brüdern im sechs Kilometer entfernten Dorf. Denn die möchten auch gerne einen Wasseranschluss. Eine Leitung wurde schon gelegt, doch das Wasser erreichte das Dorf nicht.

Nun wollen wir feststellen woran das liegt und gegebenenfalls eine neue Leitung legen. Die Finanzierung ist durch die TANAPA gesichert, die Nationalparkbehörde Tansanias. Denn die möchte nicht, dass die Maasai in den nahe gelegenen Mkomazi Nationalpark wandern und dort das Wild vertreiben. Daher ist man bereit Brunnen auf ihrem Land zu bohren und das Wasser mit Leitungen in die Siedlung zu bringen. Eine große Versammlung mit allen Beteiligten findet daher heute im Dorf statt.

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Schon bei unserem ersten Besuch waren die Maasai misstrauisch. Wollten uns nicht dabei unterstützen Wasser in die Leitung zu leiten, denn sie tränken gerade ihr Vieh und möchten kein Wasser „vergeuden“. Wie sich herausstellt, haben sie die Wasserleitung schon am Abzweig zur Viehtränke gekappt. Wasser kann so nicht mehr in das Dorf fließen.

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Nach einigen Verhandlungen mit den „Elders“ (Ältestenrat) erklärt man sich dann doch bereit uns am nächsten Tag zu helfen. Wir kommen also wieder, bringen Werkzeug und Material mit um den Anschluss zu reparieren. Mittlerweile haben die Maasai den Wassertank neu gefüllt. Nach zwei Stunden ist es geschafft, das Wasser rauscht in der Leitung.

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Wir marschieren entlang der Leitungstrasse um diese auf mögliche Undichtigkeiten oder Verstopfungen zu inspizieren. Lange müssen wir nicht laufen, denn bald treffen wir auf eine große Wasserlache. Wasser sprudelt aus dem offenen Ende des Rohres, drei Meter weiter ragt das andere Ende aus der grauen Erde. Das Zwischenstück fehlt – ganz offensichtlich wurde es erst vor wenigen Minuten mit dem Buschmesser abgetrennt und mitgenommen.

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Etwas ratlos und wütend stehen wir vor dieser Situation. Es ist relativ klar, was hier geschehen ist. Wir holen die Teilnehmer der Versammlung an den Tatort. Auch ein neues Rohrstück und Kupplungen werden mitgebracht. Es gelingt nicht das Leitungsstück zu flicken. Die Kupplungen passen nicht.

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Wir ziehen ab und werden am Montag wiederkommen. Das Wasser reicht für alle, doch es mangelt am Verständnis. Hier steht uns noch einige Aufklärungsarbeit bevor.

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Über Klaus

...fast Rentner :)
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Eine Antwort zu Wasser für die Maasai

  1. Michael schreibt:

    Interessanter Post. Würde gern mehr Beitraege zu dem Thema sehen. Ich freue mich schon auf die naechsten Posts.

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