An der Wiege der Menschheit

Nach dem Verlassen des Serengeti Nationalparkes durchqueren wir die Ngorongoro Conservation Area. Damit sind wir unmittelbar wieder in von Maasai besiedeltem Land. Schon direkt am Nationalpark Gate treffen wir auf die ersten Maasaigruppen. Hier, in der trockensten Gras-Steppe, weiden sie ihr Vieh in Eintracht mit Wildtieren, die noch immer anzutreffen sind.

Unser nächstes Ziel ist die Oldupai-Schlucht – eine „Wiege der Menschheit“. Ein kleines Museum dokumentiert die Geschichte der seit 100 Jahren andauernden archäologischen Ausgrabungen, direkt hier in der Schlucht und in der weiteren Umgebung. Die Landschaft ringsum wirkt fürwahr archaisch – trockene, braunrote bis graue Erde, karge Felsen und spärlichster Bewuchs. Dazu ein Wind, der den aufgewirbelten Staub in jede Ritze treibt. Trotzdem gönnen wir uns hier eine Rast. Mit freiem Blick in die Schlucht verspeisen wir unser mitgebrachtes Lunchpaket, bevor wir das Museum besuchen.

Immer wieder begegnen uns unterwegs schwarz gekleidete junge Maasai. Einzeln oder in Gruppen stehen sie am Straßenrand. Wir haben wir die Zeit des Beschneidungsfestes (Emuratta). „Die Jungen werden alle 7 bis 15 Jahre zu einer Altersklasse zusammengefasst und dann gemeinsam beschnitten, was mit einem großen Fest gefeiert wird. Dadurch variiert das Lebensalter in einer Altersklasse erheblich. Die Mutter rasiert für das Beschneidungsritual ihrem Sohn zunächst den Schädel kahl. Stammesmitglieder hängen dem jungen Mann die zeremonielle olaibatak, eine schwarze Robe, um. Noch monatelang nach der Feier kleiden sich die beschnittenen Jungen schwarz. Die ganze Nacht über tanzen und singen die Morani das Beschneidungslied (lebarta) zu Ehren der neuen Mitglieder. Am Morgen kommt der Beschneider, der den Jungen erst Milch über den Kopf gießt und dann ohne Betäubung und mit verschiedenen Werkzeugen und ohne weitere hygienische Maßnahmen die Vorhaut abtrennt. Dabei dürfen die Jungen keinerlei Anzeichen von Schmerz zeigen – der Vater würde ihnen sonst die versprochenen Rinder nicht schenken und Schande läge über der Familie. Die dann angewandte Asche soll desinfizierend wirken – was aber keinesfalls oft schwere Infektionen verhindert, sondern eher noch auslöst. Nach der Beschneidung preisen Frauen den neuen Krieger mit Lied und Tanz. Einige Tage später können die Jungen schon wieder auf Vogeljagd gehen. Möglichst viele ausgestopfte Vögel werden an einem Kopfring befestigt und steigern das Ansehen bei den jungen Frauen.“ (Quelle: Wikipedia).

Louis erklärt uns, dass die Jungen sich von den vorbeiziehen Menschen und Tieren Kraft und Energie für ihren neuen Lebensabschnitt versprechen. Sie haben auch nichts dagegen sich von mir fotografieren zu lassen und erhalten zum Dank ein wenig Geld, etwas zu essen und zu trinken.

Bald darauf stehen wir noch einmal am Rand des Ngorongoro-Kraters und Louis fotografiert Rosi und mich an dieser Stelle mit dem imposanten Ausblick. Beim Lodare-Gate verlassen wir die Conservation Area und sind unmittelbar wieder auf einer Asphaltstrasse. Die weitere Rückreise verläuft ohne besondere Vorkommnisse und bei Arusha begrüßt uns der Mount Meru in der schönsten Abendsonne. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit, gegen 20:00 Uhr, sind wir wieder zurück in Moshi.

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Über Klaus

...fast Rentner :)
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